Die Geschichte des Kaiserschnittes

Der Kaiserschnitt ist in der heutigen Medizin eine gängige Geburtspraxis, wenn eine natürliche Geburt für Mutter oder Kind zu gefährlich wäre. Seine Geschichte reicht aber schon weit in die Geschichte zurück und kostete viele Opfer bis er so perfektioniert werden konnte, dass Mutter und Kind den Eingriff überlebten.

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Römisches Reich und vorzeitliche Kaiserschnittes

Die bekannteste geschichtliche Person, die per Kaiserschnitt entbunden wurde. War Julius Cäsar. Der römische Kaiser ist auch Namensgeber dieser Geburtsmethode (sectio caesarius). Aber wir Forscher herausgefunden haben, waren Kaiserschnitte schon in der Steinzeit ein probates Mittel ein Kind von der Mutter zu entbinden. Wahrscheinlich war dies in Notsituationen zur Anwendung gekommen, wenn die Mutter verstorben war. Der Kaiserschnitt erfolgte über die Öffnung des kompletten Bauchbereiches und das Kind wurde aus dem Leib gerissen in der Hoffnung, dass dem Stamm nicht zwei Leben genommen werden würden.

Bereits in der Antike mit Beginn der ersten medizinischen Studien wurde die Praktik des Kaiserschnittes aufgezeichnet, diente aber wohl nicht der regelmäßigen Anwendung. Laut römischen Gesetz war es Pflicht eine Sterbende durch einen Kaiserschnitt ihres Kindes zu entbinden, dass das Kind überleben konnte oder zumindest getrennt von der Mutter beerdigt wurde.

Dieser gesetzlichen Grundlage bedienten sich auch im Mittelalter Kirchen, die verlangten, dass Mütter die im Sterben lagen, des Kindes entbunden werden.

Neuzeit

Mit dem Anbruch der Neuzeit existierten nur wenige Nachweise, dass Kaiserschnitte erfolgreich durchgeführt werden konnten. Erst im Jahre 1500 gelang es einem Schweizer einen Kaiserschnitt bei seiner Frau durchzuführen. Diesen überlebte nicht nur das Kind, sondern auch sie.
Dennoch waren diese Eingriffe hoch bedenklich und mit einer nahezu 100%-gen Sterbequote.

19. Jahrhundert

Mit dem zunehmenden Begriff der Chirurgie und den entwickelten Verfahren, sowie dem Verständnis für Hygiene bei der Geburt und Schwangerschaft konnte erstmals 1881 ein klassischer Kaiserschnitt durchgeführt werden. Hierzu wurde die Bauchdecke nicht mehr komplett, sondern nur noch im Bereich der Gebärmutter eröffnet.
Über diesen Fortschritt hinaus gelang es auch qualitativ hochwertige Nähte zu entwickeln, die noch heute in der Chirurgie Anwendung finden.

Heutige Zeit

Durch die hohe Weiterentwicklung der Medizin und den verbesserten Verfahren zählt der Kaiserschnitt heute nicht mehr nur zu den Mitteln der Wahl, wenn ein Kind oder seine Mutter gefährdet sind, sondern einige Kliniken bieten schon Wunschkaiserschnitte an, dass das Kind zum gewünschten Termin entbunden wird.
Diese Praxis wird allerdings als sehr zwiespältig angesehen, da die Kinder mitunter bis zu drei Wochen vor dem errechneten Termin geboren werden. Neben Anpassungsstörungen kann auch eine gestörte Mutter-Kind-Bindung die Folge sein.

Im Allgemeinen dient der Kaiserschnitt nur im Notfall und sollte nicht der vaginalen Geburt vorgezogen werden. Der Prozess der natürlichen Geburt ist wichtig für Mutter und Kind, da der Kontakt mit lebenswichtigen und bindungswichtigen Hormonen gegeben ist.
 

 

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